PKV im Alter – Private Krankenversicherung & Loss of Licence
PKV Würfel

Viele Interessenten einer Privaten Krankenversicherung werden früher oder später mit dem Thema der PKV Beiträge im Alter konfrontiert. In den aller meisten Fällen haben Freunde, die Familie, Kollegen oder Dr. Google die Beratung übernommen. Leider entstehen dabei viele Vorurteile und negative Schlagzeilen gegenüber der Privaten Krankenversicherung. Wenn du bereit bist, deinen Horizont ein Stück weit zu öffnen, kann dir dieser Blog-Beitrag dabei helfen, den Kassenschlager der "PKV-Beiträge im Alter" aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten.

Eines vorweg: Wer in Deutschland zu Versicherungen berät, benötigt eine behördliche Erlaubnis der IHK. Dies gilt übrigens auch für Berater von betrieblichen Krankenversicherungen über Kollektivtarife. Um diese Erlaubnis führen zu können, muss eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung nachgewiesen werden. Besitzen deine "Berater" die erforderliche Erlaubnis und eine solche Haftpflichtversicherung zur Deckung von Vermögensschäden bei Falschberatung?

die Berichterstattung

Die Problematik der nicht finanzierbaren PKV-Beiträge im Alter wird auch durch entsprechende Medienberichte immer wieder angeheizt. So schildern nicht selten Rentner oder Vorrüheständler in gängigen TV-Formaten ihre Erlebnisse mit der Privaten Krankenversicherung. Zurecht! Die Hintergründe jedoch, warum - damals vor vielen Jahren oder inzwischen Jahrzenten - der Wechsel in die Private Krankenversicherung überhaupt stattgefunden hatte, werden dabei meist außer Acht gelassen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Beitragsersparnis gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung - egal ob als Angestellter oder als Selbständiger - im Vordergrund gestanden haben könnte. Der Wechsel in die PKV aufgrund der monatlichen Beitragsersparnis kann nur das falsche Motiv sein! Eine Private Krankenversicherung ist keine Sparmaßnahme! Wenn du eine Private Krankenversicherung allein aufgrund der monatlichen Beitragsersparnis anstrebst, rate ich dir vom Wechsel in die PKV entschieden ab!

Sollte dies trotzdem dein alleiniges Motiv für den Wechsel in die PKV sein, können Kollektiv-Verträge über Arbeitgeber oder der Wechsel im Rahmen eines Vergleichsportals im Internet dein Weg zum Ziel sein. Suchst du nach einer echten Privaten Krankenversicherung, solltest du dich unabhängig von einem KV-Spezialisten mit Wissen über die Besonderheiten der Flugsicherung beraten lassen.

In meinem Beitrag "Fehler in der PKV" findest du weitere typische Fehler, welche du beim Wechsel in die PKV vermeiden solltest.

das richtige Motiv

Wer den Schritt in die Private Krankenversicherung geht, sollte dies ausschließlich aufgrund der jederzeitigen Verfügbarkeit ausgezeichneter medizinischer Leistungen tun. Du sicherst dir damit zu jedwedem Zeitpunkt den Zugang zu allen Möglichkeiten der modernen Medizin.

PKV bedeutet Lebensqualität bis zum Schluss

Begib dich dazu einmal gedanklich in folgende Situation: Frage einen gesunden Menschen, was die Krankenversicherung kosten darf. Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen "nichts" und "nicht viel". Stellst du dieselbe Frage einem lebensbedrohlich oder ernsthaft chronisch kranken Menschen, sieht die Antwort sicher anders aus. Sie wird höchstwahrscheinlich im Bereich von "Ist mir egal, mach' mich gesund!" bewegen. Wenn es sich dann noch nicht einmal nur um dich selbst handelt, sondern vielleicht um deine eigenen Kinder oder deinen Partner, bekommt die nur gedanklich vorgestellte Situation einen noch deutlicheren Charakter.

Jede PKV ist besser als die GKV! Oder doch nicht?

Natürlich ist dies nur mit leistungsstarken Tarifen möglich. Denn PKV ist nicht gleich PKV! Hier rücken wiederum zumeist Vergleichsportale im Netz den Beitragsvorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung in den Vordergrund. Tatsächlich gibt es PKV-Tarife am Markt, welche nicht annähernd das Leistungsniveau der GKV erreichen. Deine monatliche Ersparnis wird enorm sein. Doch zu welchem Preis? Spätestens wenn du wirklich einmal Leistungen aus deiner PKV benötigst, ist es zu spät für "hätte", "wäre" oder "müsste". Wichtige Bausteine einer Privaten Krankenversicherung habe ich dir im Beitrag "eine richtig gute PKV" zusammengestellt.

Ein qualifizierter PKV-Berater wird dich nicht mit einer Beitragsersparnis überzeugen wollen. Ein echter Spezialist im Bereich der Privaten Krankenversicherung legt Wert auf beste medizinische Versorgung für den Ernstfall. Und insbesondere Fluglotsen und andere operative Angestellter der Flugsicherung sollten sich an einen Spezialisten wenden, der sich mit den Besonderheiten der Flugsicherung auskennt. Nur so macht PKV wirklich Sinn.

Beiträge im Alter

Insbesondere die Beitragssätze und die Beitragsbemessungsgrenze, welche deinen Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung maßgebend beeinflussen, können jederzeit vom Gesetzgeber angepasst werden. Die Private Krankenversicherung hingegen verfügt über bestimmte Mechanismen, welche dich vor zu hohen Beiträgen im Alter schützen sollen. All diese Mechanismen bietet die Gesetzliche Krankenversicherung nicht.

  • Alterungsrückstellungen

Das Grundprinzip der Finanzierung der Privaten Krankenversicherung beruht auf Alterungsrückstellungen. Jeder Versicherte spart im Laufe seines Lebens die statistisch durchschnittlich anfallenden Krankheitskosten selbst an. In den ersten Jahren deiner Privaten Krankenversicherung zahlst du etwas mehr Beitrag als du voraussichtlich an Kosten verursachst. Der Grund ist, dass jüngere Versicherte im Durchschnitt seltener ärztliche oder therapeutische Leistungen in Anspruch nehmen müssen. Die Beitragsanteile, welche die Kostenkurve in diesen Anfangsjahren übersteigen, werden für später zurückgelegt. In den Rentenjahren deiner Privaten Krankenversicherung liegen deine erwarteten Kosten für ärztliche oder theraputische Leistungen voraussichtlich über deinem kalkulierten Beitrag. Genau für diese Zeit greifst du dann auf deine bis dahin angesparten Alterungsrückstellungen zurück.

Die gesetzliche Krankenversicherung hingegen arbeitet nach dem sog. Umlageverfahren. Ausgaben für Krankheitskosten können nur von den heute vereinahmten Beiträgen (und enormen Steuerzuschüssen) direkt finanziert werden. Ein Ansparmodell kennt die GKV nicht.

  • Beitragsentlastungstarif

Um den Effekt einer optimierten Alterungsrückstellung zu erzielen, kannst du bei deinem Privaten Krankenversicherer einen sog. Beitragsentlastungstarif vereinbaren. Das Prinzip ist denkbar einfach: Du zahlst etwas mehr in deine PKV ein, um deinen Beitrag im Alter spürbar zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil entsteht für dich als Angestellter der Flugsicherung: Bei Beitragsentlastungstarifen übernimmt die Flugsicherung die Hälfte deines Beitrags bis zu bestimmten Höchstgrenzen. Du musst also effektiv nur die Hälfte zahlen, um später eine volle PKV-Beitragsreduktion zu erhalten. Die Höhe deiner Beitragsentlastung ist lediglich begrenzt auf den tatsächlichen PKV-Beitrag im Alter. Wichtig zu wissen: Je nach Versicherer ist der Beitrag für den Entlastungstarif lebenslang zu bezahlen.

  • gesetzlicher Zuschlag von 10 %

Seit dem Jahr 2000 besteht in der Privaten Krankenversicherung die Pflicht, einen erhöhten Beitrag zu zahlen. Diesen erhöhten Beitrag darf sich entgegen landläufiger Meinungen oder Vermutungen allerdings nicht der Versicherer in die eigene Tasche stecken. Der Zuschlag in Höhe von 10 % wird einzig und allein deinem Krankenversicherungsvertrag zugeführt und dient als zusätzliche Alterungsrückstellung.

Alle Verträge, welche vor dem Jahr 2000 geschlossen wurden, enthalten diesen Pflichtzuschlag nur, sofern die Versicherten damals bei Einführung nicht widersprochen haben. Alle Beitragsanteile von vor 2000 wurde ohne diesen Zuschlag berechnet. Das ist bei dir anders und summiert sich im Laufe der Zeit zu einem zusätzlichen Polster für die Stabilisierung deiner PKV Beiträge im Alter auf. Auch dieser Beitragsanteil muss von der Flugsicherung bezuschusst werden! In PKV Angeboten ist der Betrag schon enthalten, muss allerdings separat ausgewiesen werden.

Diesen Pflichtzuschlag zahlst du bis zum 60. Lebensjahr. Ab dem 65. Lebensjahr wird das dadurch aufgebaute Kapital verwendet, um deine Beitragserhöhungen abzumildern. Ab dem 80. Lebensjahr muss weiterhin vorhandenes Kapital unmittelbar beitragsmindernd in deinen PKV Vertrag überführt werden.

  • Tarifwechsel nach § 204 VVG

Einen weiteren Sicherheitspuffer innerhalb der Privaten Krankenversicherung bietet dir der § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes. Als Privatversicherter hast du das Recht, bei demselben Versicherungsunternehmen ohne erneute Gesundheitsprüfung und unter Anrechnung aller Alterungsrückstellungen in einen "Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz" zu wechseln. So kann es durchaus vorkommen, dass du bei vergleichbaren Leistungen eine deutlich niedrigere Prämie zahlst. Diese Möglichkeit besteht im laufenden Versicherungsverhältnis und sollte alle ein paar Jahre durchgeführt werden. Da es auch hier diverse Regeln zu beachten und Stolperfallen zu vermeiden gilt, sollte man auch an dieser Stelle einen spezialisierten PKV-Experten zu Rate ziehen. Diese Leistungen sind für Kunden des Flugsicherers kostenfrei.

  • Wechselrecht in den Basistarif

Sollten doch alle oben erwähnten Bausteine zur Stabilisierung deiner PKV Beiträge im Alter nicht greifen - aus welchen Gründen auch immer - kannst du, auch wenn du bereits 55 Jahre alt oder älter bist, in einen weiteren gesetzlich verankerten Tarif wechseln. Der sog. Basistarif ist vom Leistungsspektrum her an den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung angelehnt und darf nicht mehr kosten als den Höchstbeitrag der GKV. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, diesen Tarif tatsächlich in Anspruch nehmen zu müssen: Er bietet dir eine weitere Möglichkeit, deine Private Krankenversicherung im Alter anzupassen und Beiträge zu senken.

Pflegepflichtversicherung im Alter

Als Arbeitnehmer erhältst du einen Beitragszuschuss von deinem Arbeitgeber auch zu deiner Pflegeversicherung - egal ob gesetzlich oder privat.

Was viele nicht wissen: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt im Alter keinen Zuschuss zur Pflegeversicherung! Auch dabei spielt es keine Rolle, ob du gesetzlich oder privat versichert bist. Der Unterschied liegt im Detail: Die gesetzliche Pflegeversicherung kostet derzeit in ihrem Höchstbeitrag satte 169,57 €. Die Private Pflegepflichtversicherung kostet ca. 60 Euro. Dies ist ein gewaltiger Beitragsunterschied.

Wer behauptet, die Private Krankenversicherung sei im Alter zu teuer, sollte auch einen Blick auf die Pflegeversicherung werfen!

Betriebsrente im Alter

Hier ein weiterer Blickwinkel auf die Beiträge im Alter:

Während deiner Zeit als operativer Angestellter in der Flugsicherung überschreitest du regelmäßig die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 4.987,50 €. Auch während der Übergangsversorgung wird sich dieser Zustand kaum ändern.

Wer denkt, dass seine Rente während der Zeit im Ruhestand - also der gesetzlichen Rente - unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, hat wahrscheinlich Recht! Entscheidend ist jedoch, welches Einkommen der Gesetzgeber für die KV-Beitragsbemessung im Rentenalter zugrunde legt. Und hier wird nicht nur die gesetzliche Rente herangezogen, sondern auch deine Betriebsrente! Spätestens dann überschreitest du regelmäßig die Beitragsbemessungsgrenze und landest wieder (besser: bleibst) beim Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung!

Im Rentenalter übernimmt die Deutsche Rentenversicherung den "Arbeitgeberzuschuss" zur Krankenversicherung. Dieser Beitragszuschuss der Deutschen Rentenversicherung zu deiner Krankenversicherung hingegen bemisst sich lediglich nach der Höhe deiner gesetzlichen Rente. Hierbei spielt die Betriebsrente wiederum keine Rolle, was in der Regel zu einem niedrigeren Beitragszuschuss im Rentenalter führt.

Fazit

Die genaue Betrachtung deiner KV-Beitragshöhe im Alter sollte also nicht nur auf Grundlage von Fernsehbeiträgen erfolgen. Auch hier lohnt sich ein genauer Vergleich der Systeme GKV und PKV sowie das richtige Motiv für einen Wechsel - insbesondere für dich als Angestellten der Flugsicherung.

Was mich ausmacht

Mein Beratungsansatz liegt nicht darin, dir bunte Werbeflyer zu präsentieren oder Wildes zu versprechen. Ich zeige dir auch die Schwachstellen der infrage kommenden Tarife. Denn DIE perfekte Versicherung gibt es nicht! Ich möchte dafür sorgen, dass du eine fundierte Entscheidung über alle Vor- und Nachteile lebensbegleitender Verträgen treffen kannst.

Großen Wert lege ich auf eine professionelle Aufarbeitung deiner Gesundheitsdaten. Mit dieser Vorgehensweise unterscheide ich mich deutlich von vielen anderen Vermittlern. Auch wenn diese Methode etwas zeitaufwendiger ist und auch du dich etwas intensiver mit deinem gesundheitlichen Verlauf beschäftigen musst, dient sie vor allem einem Zweck: Damit du dich im Leistungsfall auf deine Versicherung verlassen kannst!

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